Ursachen & Symptome von Mandelsteinen


Ursachen


Jeder, der noch seine Gaumenmandeln hat, kann auch Mandelsteine bekommen. Sie sind meist so klein, dass sie keine Beschwerden verursachen oder auffallen. Bei Vielen führen sie jedoch zu starkem Mundgeruch. Woher kommen diese störendenden Steinchen und warum sind sie der Grund für Mundgeruch?

An den Gaumenmandeln bilden sich immer wieder Löcher, die die Oberfläche des lymphatischen Gewebes vergrößern sollen. Auf diese Weise können die Mandeln besser Infektionen abwehren. Werden die Löcher, auch Krypten genannt, nicht mehr benötigt, vernarben sie normalerweise. Manchmal bleiben sie jedoch bestehen, sodass sich Speisereste, Speichel, abgestorbene Schleimhautzellen und Bakterien darin sammeln können. Unter bestimmten Bedingungen verhärten sie sich dort zu steinartigen Bröckchen.

1. Große Gaumenmandeln

Je größer die Mandeln, desto tiefer können auch die Mandelgänge (Krypten) werden. So bleiben Speisereste, die sich tief in den Krypten festgesetzt haben, unentdeckt und produzieren Mundgeruch. Die Größe der Gaumenmandeln hängt von den Genen ab. Auch kleine Mandeln können anschwellen und groß werden. Dies ist zum Beispiel bei einer Mandelentzündung häufig Fall. Eine andere Ursache für eine regelmäßige Steinbildung kann auch die ungünstige Lage der Gaumenmandeln sein.

2. Schleimbildung

Häufige Ursache von Mandelsteine: Schleim
Häufige Ursache für Mandelsteine: Schleimbildung

Einer der häufigsten Gründe, warum bei manchen Menschen Mandelsteine entstehen, ist eine übermäßige Schleimbildung. Das betrifft vor allem diejenigen, die oft unter Allergien in Form von Heuschnupfen leiden. Bei einer allergischen Reaktion wird viel Schleim produziert, der teilweise den Rachen hinunter läuft und dort eine ideale Umgebung für Bakterien bildet. Wenn sich diese Mischung aus Schleim, Speiseresten und Bakterien in den Gaumenmandeln festsetzt, können sich daraus Mandelsteine bilden.

Speisereste sollten daher unbedingt nach dem Essen entfernt werden. Wer sich nicht regelmäßig die Zähne putzt oder mit Mundwasser gurgelt und die Zahnzwischenräume vernachlässigt, hat ein höheres Risiko, Mandelsteine zu bekommen. Auch die Zunge sollte regelmäßig von Belägen befreit werden. Sind die Mandelsteine erst vorhanden, lässt sich der Mundgeruch leider nicht mehr mit der üblichen Zahnhygiene vertreiben.

3. Trockener Mund

Eine weitere Ursache für die Entstehung von Mandelsteinen kann ein chronisch trockener Mund sein, der zum Beispiel eine Nebenwirkung von verschiedenen Medikamenten oder einer Erkrankung ist. Je trockener die Schleimhäute sind, desto länger bleiben Bakterien auf ihnen haften und vermehren sich zudem schneller. Auch bei chronischen oder immer wiederkehrenden Entzündungen oder Pilzinfektionen der Gaumenmandeln können Bakterien eine Steinbildung auslösen.

4. Falsche Ernährung

Möglicherweise kann eine Ernährung, die sehr viele Milchprodukte beinhaltet, leichter zu Mandelsteinen führen. Die Eiweißstoffe bilden zusammen mit Bakterien und anderen Resten eine Mischung, die leicht in den Löchern der Gaumenmandeln verhärtet. Wer keine anderen Gründe für Mandelsteine findet, könnte mit einer milchreduzierten Diät versuchen, sie loszuwerden.

 


Symptome


Mundgeruch: Symptom für Mandelsteine
Mundgeruch, für viele zuerst gar nicht bewusst, ist das am meisten vorkommende Symptom für Mandelsteinen.

Viele Mandelsteine verursachen oft keine auffälligen Symptome, da sie zu klein sind. Sogar große Mandelsteine werden manchmal nur durch Zufall entdeckt. Das Problem mit Tonsillensteinen ist, dass es ziemlich schwierig sein kann, sie zu diagnostizieren. 

Die meiste Zeit verursachen kleine Mandelsteine keine spürbaren Symptome. Selbst, wenn die Steine groß sind, werden einige davon nur durch Röntgen- oder CT-Scans bemerkt. Einige der Symptome treten auch während einer Mandelentzündung auf und sind daher nur schwer zu unterscheiden. Das wohl bekannteste Symptom für Mandelsteine ist Mundgeruch. Daneben gibt es aber auch viele Weitere.

1. Mundgeruch

Einer der wichtigsten Indikatoren für einen Mandelstein ist ein schlechter Atem oder Mundgeruch, welcher eine Mandelinfektion begleitet. Der heftige Mundgeruch kann daher auch Grund für eine Infektion der Gaumenmandeln sein. Die Bakterien produzieren eine besonders hohe Konzentrationen an faulig riechenden Schwefelverbindungen, sobald die Entzündung chronisch wird. Oft wird man durch den Mundgeruch erst auf die Mandelsteine aufmerksam.

Selbsttest

Mit einem kleinen Selbsttest kann schnell herausgefunden werden, ob man von Mandelsteinen betroffen ist:

  1. Spülen Sie den Mund einpaar mal mit Wasser aus.
  2. Waschen Sie Ihre Hände sehr gründlich mit einer geruchsneutralen Seife.
  3. Drücken Sie leicht mit dem Zeigefinger auf eine Mandel.
  4. Riechen Sie nun an den Finger.

Sollten Sie ein unangenehm Geruch wahrnehmen, können Sie davon ausgehen, dass sich Mandeln Mandelsteine abgelagert haben.

2. Sichtbare Steine

Einige Mandelsteine sind im Rachen und Umgebung als kleine weiße oder gelbe Klümpchen sichtbar. Dies ist aber nicht immer der Fall. Oft sind sie in den Furchen der Mandeln (Tonsillen) versteckt. In diesen Fällen können sie nur mit Hilfe von aufwendigen Untersuchungsmethoden wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) erkannt werden.

Tipp: Wenn Sie wissen, wo Ihre Mandeln liegen, versuchen Sie die Muskeln an der Rückseite der Kehle zusammenzuziehen, als würden Sie versuchen etwas herauszupressen, manchmal reicht das bereits aus. Eine bessere und vor allem sichere Lösung ist eine Munddusche, mit der sich die Mandelsteine problemlos auswaschen lassen. Lesen Sie hier mehr dazu.

3. Halsschmerzen oder Mandelentzündung

Mandelentzündung, leicht zu verwechseln mit Mandelsteinen
Mandelentzündung, leicht zu verwechseln mit Mandelsteinen

Wenn Mandelsteine und eine Mandelentzündung zusammen auftreten, kann es schwierig sein, festzustellen, ob der Schmerz im Hals durch die Infektion oder den Mandelstein verursacht wird. Ein Mandelstein selbst kann auch dazu führen, dass Sie Schmerzen oder Beschwerden in dem Bereich empfinden, wo er sitzt. In den meisten Fällen treten beide Beschwerden gleichzeitig auf. Daher kann eine Mandelentzündung ein Symptom für Mandelsteine sein und umgekehrt auch.

Eine Studie der Universität von Campinas (Brasilien) an Patienten mit einer Form der chronischen Tonsillitis (Mandelentzündung) benutzte einen speziellen Test, um festzustellen, ob flüchtige Schwefelverbindungen im Atem der Probanden enthalten waren (sie sind nämlich für den Mundgeruch verantwortlich). Die brasilianischen Forscher fanden heraus, dass 75% der Menschen mit Mundgeruch und Mandelentzündung auch unter Mandelsteinen litten.

Wer häufiger oder chronisch entzündete Mandeln hat, neigt am ehesten dazu, Mandelsteine zu bilden, während sich in kleinen Mandeln kaum Verkalkungen bilden. Am häufigsten sind Erwachsene betroffenen, Kinder eher seltener.

4. Schluckbeschwerden

Abhängig von Lage und Größe des Mandelsteins kann es schwierig oder schmerzhaft sein, Nahrungsmittel oder Flüssigkeiten zu schlucken. Beim Verzehr im Liegen ist dieses unangenehme Gefühl noch intensiver wahrzunehmen. Manche Betroffene empfinden den Schmerz sogar beim Schlucken des eigenen Speichels. Außerdem können Schluckbeschwerden selbst beim Trinken von Flüssigkeiten auftreten.

5. Schmerzen in den Ohren

Mandelsteine können sich überall in der Tonsille (Gaumenmandel) bilden. Wegen der gemeinsamen und verstrickten Nervenbahnen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich kann es im Extremfall auch zu Ohrenschmerzen kommen. Obwohl der Stein selbst nicht das Ohr berührt, können Ohrenschmerzen ein Symptom für das Vorhandensein von Mandelsteinen sein.

6. Angeschwollene Mandeln

Durch die Ansammlung von ausgehärteten Mandelsteinen schwellen die Mandeln an und vergrößern sich. Sind die Mandeln also größer als im Normalfall, kann davon ausgegangen werden, dass sich dort eine große Menge an Tonsillensteinen angesammelt hat. Hier sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da eine Mandelentzündung nicht ausgeschlossen werden kann.